
Über das Warum und Woher der Prokrastination (d.h. „Aufschieberitis“) habe ich im letzten Artikel geschrieben (Pokrastination – woher kommt sie?) und – nach längerem Prokrastinieren desselben – bin ich beim Schreiben tatsächlich in den Flow gekommen. Wie aber bin ich vom Aufschieben ins Schreiben gekommen?
Eigentlich ganz einfach, im wahrsten Sinne des Wortes, vorausgesetzt der wichtigste, erste Schritt ist bereits getan, den ich ebenfalls im letzten Artikel beschrieben habe: Den inneren Konflikt zwischen Flucht und Anpacken bewusstmachen und akzeptieren. Wenn du das geschafft hast, dann nimmst du erstens wahr, dass du nicht gerade wiedermal faul oder widerspenstig bist, sondern dass du dich in einem inneren Konflikt befindest. Und zweitens versuchst du nicht mehr, dich zum Anfangen zwingen, sondern du akzeptierst erstmal, dass da eine Hürde ist.
Und dann überlegst du dir, was der allererste Schritt zum Anfangen ist. Wie geht es dir mit diesem allerersten Schritt? Ist er schwer oder leicht? Könntest du dir vorstellen, ihn einfach und schnell zu erledigen?
Ja? – Mach es. Super, du hast angefangen. Smiley, Jubel, Feuerwerk, Klatschen :-) .
Nein? – Play it again: Unterteile diesen allerersten Schritt nochmal in Unterschritte und schau, wie es dir jetzt mit dem neuen allerersten Schritt geht. Mach das so lange, bis du einen ersten Schritt gefunden hast, der dir wirklich super leicht fällt. Gefunden? Mach es. Hey, super, das war zwar leicht, aber trotzdem ein Grund zur Freude. Smiley, Jubel, Feuerwerk, Klatschen :-) .
Mögliche erste Schritte:
- Ruf jemanden an und beschwere dich, wie schwierig das Anfangen ist. Sammelt gemeinsam ernsthafte und lustige Ideen, wie der allererste, allerleichteste Schritt aussehen könnte.
- Tu irgendwas Nebensächliches, das mit der Sache zu tun hat, die du starten willst. Ordner rauslegen, Platz schaffen u.ä.
- Riskiere einen Blick: Schau dir erstmal nur an, womit du dich beschäftigen willst.
- Sprich erstmal nur über ein Thema, zu dem du schreiben willst – mit anderen oder mit dir selbst, mit oder ohne Aufnahmefunktion. Beim Sprechen sortieren sich die Gedanken anders als beim Denken.
- Skizziere dein Thema zunächst symbolisch-zeichnerisch
Mein erster Schritt zum Start war übrigens, einfach erstmal nur irgendwas zu schreiben, mir den Kopf leer zu tippen mit Sätzen, die mit dem Thema zu tun hatten, mir aber eigentlich nicht gefielen, solange, bis es nicht mehr ging. Das Ergebnis habe ich eine zeitlang liegen lassen und mich mit anderen Dingen beschäftigt. In der Zeit wirkt das Gehirn ein bisschen wie ein Inkubator: Es brütet unterschwellig über dem Text. Beim nächsten Versuch kam das, was mein Gehirn inzwischen „im Untergrund“ gesammelt hatte, an die Oberfläche, und der Artikel nahm Gestalt an.
Also: Mach dir den ersten Schritt so leicht wie nur irgend möglich. Such dir etwas, das (fast) keine Hürde mehr darstellt. Und wenn du das gemacht hast, nimm dir kurz Zeit, die Erleichterung und Freude darüber zu spüren, dass du den ersten Schritt geschafft hast. Gönn dir einen Keks :-). Damit erkennst du an, dass du etwas geschafft hast, das schwieriger war, als es von außen erscheint.
Und der nächste Schritt? Könntest du genauso angehen wie den ersten. Vielleicht liegt er auch im Fluss. Und ganz sicher im nächsten Blogpost, demnächst und hier nachzulesen.
Kennst du das auch? Was hilft dir gegen das Aufschieben? Oder womit prokrastinierst du besonders oft und hartnäckig? Antworte hier oder schreib uns an [email protected], wir denken uns einen Lifehack für dich aus oder ziehen einen aus unserem reichen Fundus.
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