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Kreativ zum Lebenserfolg

Wort Erfolg bunt gestaltet

Glücklicher, gesünder, länger leben, wer möchte das nicht? Tagtäglich wirst du mit zahlreichen Tipps bombardiert, von Diäten über sportliche Aktivitäten, Stressreduktion oder Schlafmanagement. Aber ein Tipp fehlt oft: die Kreativität. Kunsttherapie ist durchaus ein bekanntes Hilfsmittel bei verschiedenen Erkrankungen, aber mit kreativen Aktivitäten kannst du wesentlich mehr erreichen. Basteln, singen, schauspielen, tanzen, lesen, schreiben und malen tun dir im Alltag gut, auch wenn du gar nicht krank bist. Wie Bewegung oder Ernährung können sie deine Gesundheit auf natürlich Weise erhalten.

Dazu gibt es inzwischen zahlreiche Studien, die klar zeigen: Unabhängig von Einkommen, sozialem Status, Gesundheit und anderen möglichen Einflüssen werden Menschen, die sich in irgendeiner Form künstlerisch betätigen oder Kunst genießen seltener klinisch depressiv und empfinden sich häufiger als glücklich und zufrieden. Kinder, die sich z.B. musisch betätigen, verhalten sich prosozialer, Erwachsene fühlen sich weniger einsam. Die Effekte werden mit steigendem Alter sogar stärker, z.B. schlafen Senioren mit kreativen Interessen besser, stehen und gehen sicherer, empfinden weniger Schmerzen und erhalten ihr Denkvermögen länger.

Wie kommt das alles? Neben psychologischen, sozialen und verhaltensbezogenen Ursachen gibt es auch biologische. Die Belege mehren sich nämlich, dass bei Menschen, die selbst kreativ sind oder Kunstwerke anderer genießen, körperliche Anzeichen für Gesundheit zu beobachten sind: Blutdruck und Herzfrequenz stabilisieren sich, Cholesterol und Entzündungsmarker sinken, die Immunregulation und der Body-Mass-Index verbessern sich. Insgesamt kann man sagen, dass die biologische Uhr bei kreativ aktiven Menschen offensichtlich langsamer läuft, sodass ihr biologisches Alter niedriger ist als ihr chronologisches. Sie fühlen sich (zu Recht) jünger als sie sind. Wichtig zu wissen: Dieser Effekt tritt in erster Linie bei Aktivitäten im realen Leben ein.

Und nun? Musst du das längst vergessene Strickzeug rauskramen oder dich doch wieder mit dem ehemals lästigen Klavierunterricht befassen? Dich in Gemäldegalerien stürzen, zum Töpferkurs anmelden oder ein Theaterabo abschließen? Wie beim Essen und bei der Bewegung ist es auch bei der Kunst sinnvoll, sie maßvoll zu dosieren, darauf zu achten, dass sie dir „schmeckt“ und dass du danach keinen „Kunstkater“ bekommst. Das entscheidende für die Wirkung ist wahrscheinlich, dass es dir leicht fällt und dass du Spaß daran hast. Jedenfalls auf lange Sicht, denn anfangs musst du deine Komfortzone vielleicht schon ein Stück verlassen. Dann aber kannst du dich von der Kreativität lustvoll bewegen, erheben, beschwingen, mitreißen lassen, denn sie ist von Natur aus und messbar gut für dich.

P.S.: Dieser Blog-Artikel ist eine von mir übersetzte und verkürzte Version des Artikels „A daily dose of creativity“ von Daisy Fancourt, veröffentlicht im New Scientist Weekly vom 27. Dezember 2025, Heft Nr. 3575

 

Welche Art von Kreativität magst du am liebsten? Was machst du gerne selbst? Was genießt du lieber beim Zuhören oder Zuschauen? Antworte gerne hier oder schreib uns an [email protected].

(Bild erzeugt mit der AI von : Canva)

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