(Bildquelle: Wortwolken-Generator von zygomatic.nl)
Wenn du an dich glaubst, …
… kannst du Ziele erreichen, die du nie für möglich gehalten hast. Wenn du es wirklich willst, schaffst du es auch. Solche und ähnliche Durchhalteparolen begegnen uns täglich, wenn es darum geht, Karriere zu machen, ein Business zu etablieren oder private Ziele wie mehr Sport und bessere Ernährung zu erreichen. Durchhaltevermögen, dranbleiben, sich durchbeißen, Hindernisse überwinden – das gilt als Charakterstärke, als essentiell dafür, etwas im Leben zu erreichen. Wer aufgibt, gilt schnell als Loser.
Zielstrebigkeit ist gut, …
… aber nur solange Talente, Ressourcen oder Zeit für alle deine Ziele auch ausreichen, solange die äußeren Umstände auch kompatibel sind. Zu lange an einem (unerreichbaren) Ziel festzuhalten, kann nicht nur unzufrieden machen, sondern auch handfeste körperliche Folgen wie Kopfschmerzen, Verdauungsschwierigkeiten, Anfälligkeit für Infektionen u.a. nach sich ziehen.
Warum also entscheiden wir uns nicht einfach fürs Aufgeben?
- Wir wollen nicht als Loser dastehen, auch nicht vor uns selbst.
- Wir hängen an unserem Ziel und fürchten, dass wir ohne es nicht leben können.
- Wir haben schon viel in unser Ziel investiert und möchten nicht, dass das umsonst war (sunk-cost-bias).
Folge: Das Aufgeben stößt uns zu, es passiert ungewollt und unfreiwillig, z.B. indem wir Dinge aufschieben und schleifen lassen. Der Abgleich zwischen Wunsch und Realität führt zu Unzufriedenheit und macht depressiv.
Produktives Aufgeben
Wenn du merkst, dass du schon sehr lange an einem Ziel herumlaborierst, ohne wirklich voranzukommen, lohnt es sich darüber nachzudenken:
- Passt dieses Ziel noch zu deinen Werten? Was sind deine Werte, welches sind die wichtigsten, an welcher Stelle dieser Skala steht dein Ziel?
- Passt dieses Ziel noch zu dir als Person? Identifizierst du dich wirklich noch damit? Ist es wirklich dein Ziel oder „gehört“ es eigentlich einer anderen Person?
- Wie viel Zeit hast du? Möchtest du dich für dieses Ziel noch engagieren oder möchtest du deine Zeit mit anderen Dingen verbringen?
- Kannst du mit dem Ziel pausieren? Wenn ja, wie lange, wann könntest du wieder damit anfangen?
- Schreibe mal spaßeshalber deinen eigenen Nachruf. Spielt dein Ziel darin eine Rolle?
Fazit:
Etwas bewusst aufzugeben erfordert genauso viel Charakterstärke wie etwas konsequent durchzuziehen. Erfolgreich aufzugeben ist nicht einfach, aber es bedeutet nicht, dass du versagt hast, sondern dass du deine Energien auf das Entscheidende konzentrierst.
P.S.: Die Idee zu diesem Blog-Artikel und viele der Informationen darin stammen aus dem Artikel „Give up on your goals. Why endless grit can harm your health – and how to know when to quit“ von David Robson, veröffentlicht im New Scientist Weekly vom 15. November 2025, Heft Nr. 3569.
Kennst du das auch? Hast du schon mal etwas bewusst, produktiv und damit erfolgreich aufgegeben? Oder passiert es dir immer wieder, dass Dinge liegen bleiben, dass Ziele ungewollt ins Hintertreffen geraten? Antworte hier oder schreib uns an [email protected].