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Angefangen und fertiggemacht

Als ich den letzten Artikel über das Anfangen gelesen habe, habe ich mich sofort wiedererkannt.
Ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade meine Steuererklärung fertiggestellt, eine Tätigkeit, die ich sehr ungern mache, die mir schwerfällt und die ich zum Glück in den letzten Jahren outsourcen konnte.
 
Allerdings wird es in den letzten Jahren, wie viele von euch wissen, immer schwieriger eine/n passende/n Steuerberater/in zu finden.
 
Der letzte, den ich hatte, war ein älterer Herr, der zwar sehr sympathisch, aber ohne seine Mitarbeiterin mit der heutzutage gebräuchlichen Software komplett überfordert war. Als diese im letzten Jahr plötzlich erkrankte und schließlich verstarb, herrschte allenthalben Ratlosigkeit. Im Januar kam dann die Nachricht, dass doch alle Mandant*innen bitte ihre Erklärungen jetzt selbst fertigstellen sollten und bitte die Fristen beachten. Das Steuerbüro würde sämtliche Mandate mit sofortiger Wirkung niederlegen.
 
Das war natürlich ein Schock und zudem leichter gesagt als getan, da bekanntermaßen Steuerberater*innen von deutlich großzügigeren Fristen profitieren als andere Menschen. Also Fristverlängerung beantragt und erstmal in die Materie vertieft.
 
Nachdem ich also mein Schicksal akzeptiert hatte und mich auf die Aufgabe eingelassen hatte, war es dann gar nicht so schlimm und ich konnte sogar ein wenig Gefallen daran finden, mich an meine eigenen Findigkeit zu erfreuen.
 
Das war Ende März und gar nicht lange bevor die nächste Abgabefrist – die für normale Menschen – wieder näher rückte: der 31. Juli.
 
Noch ein wenig unter dem Eindruck der damaligen Euphorie, die Aufgabe bewältigt zu haben, machte ich mir zunächst keine großen Sorgen und beschäftigte mich leichten Herzens bis Mitte Juli mit anderen Dingen. Ich wusste ja jetzt, wie es geht. Oder?
 
Mitte Juli fing ich dann an, getreu den Handlungsempfehlungen meiner geschätzten Kollegin und Prokrastinationsexpertin, mir zunächst einmal die Formulare vom letzten Mal vorzunehmen. Am einfachsten erschien es, auf diesen Formularen zunächst einfach die aktuellen Werte daneben zu schreiben. (x)
 
Dann bei Elster (Ich freue mich jedes Mal wieder darüber, dass jemand bei der Finanzverwaltung einmal einen solchen Humor hatte.) eingeloggt und flugs mit dem Ausfüllen der Formulare begonnen. Doch oh Schreck: Wer denkt denn, dass plötzlich ein Formular ganz anders gestaltet ist, oder plötzlich eine weitere Anlage ausgefüllt werden muss, auch wenn man dort nur an zwei Stellen eine 0 eintragen muss. Ich glaube, das machen sie mit Absicht, damit Leute nicht plötzlich die Steuererklärung auf die leichte Schulter nehmen.
 

Zum Abschluss hatte ich mir die Anlage EÜR aufgehoben, das ist die, die Selbstständige oder GbR brauchen, die nur eine Einnahme-Überschussrechnung erstellen müssen. Irgendwie war in meinem Kopf, dass ich dort nur irgendwelche Endbeträge eintragen muss. Aber nein, ganz so einfach ist es nicht. Man muss nicht nur die Erlöse, die vereinnahmte Umsatzsteuer, die Erstattung und die Kosten angeben, sondern diese auch noch nach Kostenarten unterteilen. Auch die Vorsteuer muss noch einmal angegeben werden, so dass man am Ende aus Betriebseinnahmen und -ausgaben einen Gewinn oder Verlust ermitteln kann. Aber wie habe ich das beim letzten Mal gemacht?

Seit das Steuerbüro nicht mehr die Buchhaltung für uns macht (Das letzte hat das schon nicht mehr gemacht.), habe ich sämtliche Geschäftsvorfälle schön ordentlich in einer Tabellenkalkulation erfasst. Die habe ich dann dem Steuerbüro übermittelt. Um die hier geforderten Informationen jedoch daraus zu gewinnen, ist noch einige Arbeit erforderlich.

So langsam dämmerte es mir und vor meinem geistigen Auge erschien eine umfangreiche Tabelle mit Spalten in verschiedenen Farben für die einzelnen Kostenarten, sowie Kontrollspalten, um sicherzustellen, dass am Ende auch alles stimmt. Uff.

Ja, ich habe die Datei vom letzten Mal natürlich gefunden und mit Hilfe dieser Vorlage es auch diesmal wieder geschafft.

Ich nehme mir vor, fürs nächste Mal gleich ein How-to zu erstellen, damit ich dann direkt Schritt für Schritt nach meiner Anleitung vorgehen kann und die empfohlenen kleinen Schritte gehen kann.

Das Schreiben dieses Artikels habe ich übrigens auch seit mindestens zwei Wochen prokrastiniert und das How-to habe ich auch noch nicht geschrieben. 😄

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Protected by Mathcha